Am 17. Februar hatte die Hochschulgruppe zur Podiumsdiskussion ins Haus Dacheröden, Erfurt, geladen. Thematischer Schwerpunkt des Abends war vor allem der Ausgang des Referendums im Südsudan. Denn Anfang Januar stimmte die südsudanesische Bevölkerung mit einer überwältigenden Mehrheit von knapp 99% für eine Abspaltung des Südens vom Norden. Das Referendum war Teil des Friedensabkommens (CPA) von 2005. Mit dem Ergebnis steht der, sich neu gründende Staat „Südsudan“ vor enormen Herausforderungen. Die genaue Grenzziehung zwischen Nord und Süd ist dabei eines der schwierigsten Aufgaben, denn genau an der Grenze befinden sich zahlreiche Ölfelder, von denen beide Staaten wirtschaftlich profitieren. Konfliktreich ist des Weiteren die Formierung der südsudanesischen Regierung bzw. die Besetzung der politischen Ämter, denn bisher kämpften die meisten politischen Größen an der Seite von Rebellen gegen Al-Bashirs Truppen. Mit der Entscheidung zur Unabhängigkeit sind klare politische Entscheidungen gefordert. Unter der Bevölkerung wächst die Hoffnung auf einen anhaltenden Frieden, nicht nur im Süden, sondern auch in der Region um Darfur. Hier befinden sich immer noch hunderttausende Menschen in Flüchtlingslagern, die humanitäre Lage ist weiterhin kritisch und ein Ende noch nicht absehbar.
In der Podiumsdiskussion kamen seitens des Publikums gehäufte Fragen nach einer Prognose für die Entwicklung bezogen auf den gesamten Sudan, doch unsere Redner, Ulrich Delius (GfbV), Marina Schuster (FDP), Johannes Selle (CDU) und Christoph Marischka ( Die Linke) hielten sich diesbezüglich etwas zurück. Zu unsicher wäre eine Vorhersage, doch die Hoffnung auf eine friedliche und demokratische Entwicklung im Sudan ist vorhanden. Die Staatsbildung werde beobachtet und man wolle bei Verfassungsfragen hilfreich zur Seite stehen. Die Meinungen gingen über den Umfang und die Art der Hilfestellung jedoch auseinander, was gleichweg in der Hörerschaft zu vielen Fragen führte. An dieser Stelle vielen Dank für die fast 80 Teilnehmer. Wir waren sehr begeistert von dem großen Interesse! Dank auch an unsere Gäste, die sich auf den Weg nach Erfurt gemacht haben und Dank auch unserem Moderator Andreas Kewes, für die anregende Diskussionsleitung!
SOS-Darfur