Der aktuelle Konflikt, das Sterben tausender Zivilisten und Kampf der Rebellengruppen gegen die politische Marginalisierung der Region Darfur, finden ihre Ursachen nicht zuletzt in der Geschichte des Sudans.

Diese reicht zurück bis in die Zeit der Pharaonen. Nach der Christianisierung im 6. Jahrhundert wurde der Sudan vom 14. bis in das 16. Jahrhundert islamisiert und während der Kolonialzeit in britischen und ägyptischen Besitz aufgeteilt.

Der Süden stand unter britischer Verwaltung, der Norden unter ägyptischer Einflussnahme. Während es den Briten in ihrem Herrschaftsgebiet um die Missionierung zum Christentum ging, versuchten die Ägypter den Islam im Süden zu stärken und ihren Machtbereich auszudehnen.

1874 eroberte Ägypten schließlich das Sultanat Darfur. Das Verhältnis zwischen Ägypten und Darfur blieb fortan gespannt, v.a. durch die Einmischung Ägyptens in den für Darfur wirtschaftlich bedeutsamen Sklavenhandel. 1898, nach der Niederschlagung des Mahdi-Aufstandes, wurde das Sultanat halbautonom.

Während des ersten Weltkriegs führte der letzte Sultan einen erneuten Aufstand gegen das britische Imperium an, der mit einer Niederlage und Eingliederung Darfurs in den britisch beherrschten Sudan endete.

Trotz der Unabhängigkeitserklärung von 1956 nahmen die Spannungen zwischen dem Norden und Süden nicht ab. Im Gegenteil: Die Entdeckung von Erdöl im Südsudan und wirtschaftlich fortwirkende Vernachlässigung der Region Darfur verschärften den Konflikt weiter.

1983 kam es zum Bürgerkrieg zwischen der in Äthiopien gegründeten Sudans People's Liberation Army (SPLA) und der von der sudanesischen Regierung unterstützten National Islamic Front (NIF). In den 1980er Jahren häuften sich in Darfur zudem Dürreperioden und die Ressourcen 'Land und Wasser' wurden bei gleichzeitig wachsender Bevölkerung immer knapper.

We need Protection

Politische Maßnahmen seitens der sudanesischen Regierung zur Verbesserung der Lebensbedingungen in Darfur blieben aus. Daraufhin haben es sich Rebellengruppen 2003 zum Ziel gesetzt, die Regierung in Khartum zur Auseinandersetzung mit der wirtschaftlichen Unterentwicklung und politischen Ausgrenzung Darfurs zu zwingen. Bei den Rebellengruppen handelt es sich um

  • das Sudanese Liberation Army/Movement (SLA/SLM)
  • und das Justice and Equality Movement (JEM).

Als Reaktion gehen die Streitkräfte der sudanesischen Regierung und die von ihr unterstützten Janjaweed-Milizen gewaltsam gegen die Zivilbevölkerung vor, aus der die Rebellen ihre Anhänger beziehen. Die traurige Bilanz des Konfliktes sind 400.000 Tote; 2,5 Millionen Vertriebene und knapp 6 Millionen Menschen, die zum überleben auf internationale Hilfe angewiesen sind.

 

Stand: Juli 2008

Quellen: