Der Sudan ist das größte Land Afrikas und ein Vielvölkerstaat mit zahlreichen Stämmen und Unterstämmen und mehr als 130 unterschiedlichen Sprachen.

  • Staatsform: Islamisches Militärregime
  • Einwohner: 33,6 Mio
  • Religionen: Sunnitische Muslime 74,7 %, Naturreligionen 17,1 % und Christen 8,2%
  • Einwohner pro Arzt: 9360
  • Analphabeten: Männer 30%, Frauen 52%
  • Inflationsrate: 8-9 % (2004)
  • BSP/Kopf: 340 US-Dollar

Obwohl in der Darfur-Region ein Bürgerkrieg herrscht, hat sich die Wirtschaftssituation im Sudan in den 90er Jahren verbessert. Um die Hintergründe des Darfurkonflikts besser verstehen zu können, hier einige Informationen zur Entwicklung der Wirtschaft im Sudan

Nachdem 1969 alle Firmen verstaatlicht wurden und die Wirtschaft seit 1986 islamisiert wurde, startete in den 90er Jahren eine groß angelegte Wirtschaftsreform. Sie sollte die Wirtschaft privatisieren, liberalisieren und neue Branchen erschließen. In Zusammenarbeit mit dem Internationalen Wirtschaftsfond schaffte es die Regierung in Karthum das Pro-Kopf- Einkommen und das BIP zu steigern, den Wertverfall der Währung aufzuhalten und die Banken zu privatisieren.

Durch Dürren in den 80er und 90er Jahren, den über 20 Jahre dauernden Krieg im Südsudan, der Krise im Darfur und der dadurch zerstörten Infrastruktur sind viele wirtschaftliche Bereiche nur eingeschränkt verfügbar. Dies führte zu einer wachsenden Zahl an entwicklungshilfebedürftigen Einwohnern. Der Sudan zählt zu den am höchsten verschuldeten und ärmsten Ländern der Welt.

Im Norden leben 70%, im Süden 90% der Bevölkerung von zirka 2 US$ am Tag. 50% der Menschen müssen mit 1US$ pro Tag auskommen.

Karte Darfur
Quelle: Wikipedia

Nach dem Friedensvertrag, der den Krieg zwischen Nord- und Südsudan beendete, kam 2005 Hoffnung auf, dass der Sudan aus der Spirale der Gewalt ausbrechen könnte. Mit den Country Strategy Papers wurde am 25.01.2005 formell die Wiederaufnahme entwicklungspolitischer und wirtschaftlicher Zusammenarbeit mit den EU-Staaten beschlossen. Deutsche Unternehmen beteiligten sich beispielsweise an der Erweiterung des sudanesischen Telekommunikationssektors, sowie im Luftfahrtsektor (ein neuer Flughafen für Khartum) und im Kraftwerksbau.

Trotz der Krise in Darfur steigt seit Ende der 90er Jahre die Nachfrage nach Öl, vor allem durch die aufstrebende Wirtschaftsmächte China und Indien, was das Wirtschaftswachstum verstärkt und neue Investoren anlockt. Die Einnahmen werden teilweise im Rahmen des "wealth sharing" zur Förderung der kriegsgeschädigten und unterentwickelten Regionen im teil-autonomen Südsudan investiert.

Die Landwirtschaft ist das zweite wichtige Standbein des Sudans, die aber durch die zunehmenden Erdöllexporte an Bedeutung verliert. Früher verdienten 80%, heute noch 65% der arbeitenden Bevölkerung ihren Lebensunterhalt in diesem Sektor. Sie erwirtschaften dabei 30 % des BIP. In den 90er Jahren, waren es noch 95% des BIP. Trotz der guten klimatischen Lage in den südlichen Gebieten und dem halbtrockenen Klima in der Darfurregion reichen die Erträge meist nur zur Ernährung der eigenen Familie (Subsistenzwirtschaft).

Unter Anderem durch ein nahezu undurchschaubares und willkürliches Steuer- und Abgabensystem, das immer noch schlecht organisierte Bankensystem und Handelssanktionen von Seiten der USA werden sowohl ausländische, als auch inländische Investoren abgeschreckt. Seit dem 01.07.1998 wird in den "Sudanese Sanctions Regulations" ein umfassendes Handelsembargo umgesetzt, dass US-amerikanischen Unternehmen Finanztransaktionen verbietet.

Exporte:

  • Asien (80%), 70% aller Exporte Sudans 2003 nach China (Wert: 1,7 Mrd. US$)
  • Arabische Welt (10%)
  • Westeuropa (5%; davon D: 1%)
  • Hauptexportgüter nach Deutschland: Baumwolle, Gummi Arabicum, Sesam, Nüsse und Häute

Import:

  • Asien (27%)
  • Westeuropa (24%) Deutschland insgesamt auf Platz 5 (4,9%)
  • die Arabische Welt (21,5%)

importierte Güter:

  • Maschinen und Ausrüstungen (25% aller Importe)
  • verarbeitete Waren (25%)
  • Transportausrüstungen (14%)
  • Weizen (7%)

Importe aus Deutschland:

  • Maschinen und Ausrüstungen,
  • Fertigerzeugnisse,
  • Chemikalien,
  • Lebensmittel und Textilien

Daten von 2004

Quellen u.a.: