"Ich habe die Welt von der anderen Seite gesehen - und zwar von der brutalsten"
Im Zuge der Fotoausstellungseröffnung "Gesichter aus Darfur" im Erfurter Café Peckham's erzählte der Medizinstudent Matthias Völker von seinem Aufenthalt in Darfur. Vor drei Jahren flog er zum ersten Mal nach Darfur. Der damals 21-Jährige begleitete einen humanitären Einsatz der Hilfsoganisation „humedica“, die zwei Flüchtlingslager in Darfur betreut und dort medizinische, humanitäre, wie auch technische Hilfe leistet. In Seminaren wurde er auf seinen Einsatz vorbereitet, aus Büchern wusste er von dem Konflikt, der sich seit 2003 im Westen des Sudans abspielt. Dennoch trafen ihn die realen Ausmaße der Katastrophe hart.
Matthias Völker arbeitete dort, wo die humanitäre Katastrophe am deutlichsten sichtbar wird: in den Flüchtlingslagern. Sechs Monate lang war der ausgebildete Rettungsassistent in den Kliniken vor Ort und half bei der medizinischen Betreuung der Flüchtlinge. Neben medizinischer Hilfe kümmerte er sich auch um die Berichterstattung, sowie die Kommunikation mit lokalen, wie auch internationalen Partnern und Organisationen. Er war für die Einweisung neuer Teams verantwortlich und übernahm administrative Aufgaben, in deren Zug er ein Verwaltungssystem für das Gesamtprojekt aufbaute.
Mit erstaunlicher Ehrlichkeit gab er einer Vielzahl von Interessierten einen seltenen Einblick in die Arbeitsweise von Hilfsorganisationen vor Ort unddem täglichen Leben in einem der derzeit gefährlichsten Krisengebiete der Welt. Mit Hilfe einer Power Point Präsentation zeigte er private Fotos und gab einen kurzen Einstieg in das Darfur-Projekt von "humedica" und die Umstände des Darfurkonfliktes.